Finanzen

Die mit der Forschung, Beratung, Publikation und Ausbildung verbundenen Ziele lassen sich nur mit einer guten und ausgewogenen Finanzierung erreichen. Die Grundsätze zur Finanzierung des Instituts sowie die Bausteine und Verfahren hat das Institut in seiner Drittmittelstrategie festgehalten. Daher konzentriert sich das Wuppertal Institut seit Jahren auf eine Kombination aus institutioneller Förderung und einem starken, für die Forschungslandschaft zukunftsweisenden Drittmittelbereich. Im Jahr 2019 lagen die Gesamterträge des Instituts bei 17,4 Millionen Euro und waren damit um 1,4 Millionen Euro höher als im Jahr 2018.

Innerhalb der Finanzierungsstruktur baut das Institut auf zwei Säulen auf: Die erste Säule besteht aus der institutionellen Förderung, die abhängig vom Drittmittelvolumen rund 20 bis 25 Prozent der Gesamtfinanzierung ausmacht. Die zweite (und größere) Säule der Finanzierung des Wuppertal Instituts ist die Drittmittelfinanzierung. Sie besteht aus national und international akquirierten Projektmitteln für Forschungsvorhaben. Die Auftraggeberstruktur ist dabei bewusst breit gefächert, um die wissenschaftliche Unabhängigkeit des Instituts sicherzustellen.

Übersicht über Einnahmen und Ausgaben

in Euro201520162017201820192020
Einnahmen Waren + Dienstleistungen15.490.68614.935.68915.880.48115.995.27217.407.61118.743.225
sonstige Einnahmen290.901329.344155.40837.553222.148289.000
Einnahmen gesamt15.781.58815.265.03316.035.88816.032.82517.629.76019.032.225
Betriebskosten Material- 4.058.361- 3.827.257- 4.573.802- 4.053.831- 4.497.787- 5.283.059
Sonstige Betriebskosten- 2.068.822- 1.807.917- 1.503.087- 1.450.667- 1.462.819- 1.445.077
Betriebskosten gesamt- 6.127.184- 5.635.174- 6.076.888- 5.504.498- 5.960.606- 6.728.136
Löhne und sonstige betriebl. Leistungen- 9.621.433- 9.537.749- 9.907.677- 10.422.538- 11.652.871- 12.363.955
Zahlungen an Kapitalgeber25.002-44.84651.677-5.594104.317264.755
Zahlungen an den Staat- 41.9480- 27.363- 7.631- 45.298- 73.242
Spenden000000
Jahresergebnis / Gewinn (+) / Verlust (-)+ 16.026+ 42.264+ 75.637+ 92.563+ 75.302+ 131.647

Wissenschaftliches Qualitätsmanagement

Das wissenschaftliche Qualitätsmanagement genießt einen hohen Stellenwert am Institut. Dabei ist insbesondere den Besonderheiten einer „transformativen Forschung“ Rechnung zu tragen, die sich teilweise nicht nach klassischen akademischen Kriterien bewerten lässt. Transformative Wissenschaft verfolgt das Ziel, gesellschaftliche Veränderungsprozesse zu einer nachhaltigen Entwicklung zu katalysieren. Die Qualitätssicherung einer solchen Forschung muss deshalb neben akademischen Gütekriterien vor allem neue Formen gesellschaftlicher Wirkungsmessung beinhalten. Das Wuppertal Institut versteht sich als ein zentraler Ort für die Weiterentwicklung und Qualitätssicherung transformativer Forschungsansätze. 

Die Arbeit des Wuppertal Instituts wird regelmäßig intern und extern bewertet. Die Bewertungsverfahren dienen der Sicherung gemeinsam vereinbarter hohen Standards in Forschung und Transfer. Zentrale Kriterien der Bewertung sind dabei sowohl die wissenschaftliche Qualität als auch die gesellschaftliche Relevanz und der Impact der Forschungsarbeiten.

Im Jahr 2011 hat der Wissenschaftsrat das Wuppertal Institut evaluiert und positiv beurteilt. Der Stand der Umsetzung des Forschungskonzepts des Wuppertal Instituts wird jährlich durch den Internationalen Wissenschaftlichen Beirat bewertet. 2020 wurde das Institut zum ersten Mal im Rahmen der Johannes-Rau Forschungsgemeinschaft e. V. evaluiert.

Externe Bewertungsverfahren überprüfen die wissenschaftliche Qualität der Forschungsleistung des Wuppertal Instituts. Dazu gehören die kritische und formale Überprüfung von Projektberichten durch die Auftraggeber. Darüber hinaus lässt sich die Qualität der Forschungsarbeit an den publizierten Beiträgen in englisch- und deutschsprachigen Zeitschriften und editierten Büchern sowie Vorträge auf wissenschaftlichen Konferenzen, Masterarbeiten, Dissertationen und Habilitationsschriften sowie externe Verfahren an verschiedenen Universitäten.

Die externe personenbezogene Evaluation erfolgt über wissenschaftliche Qualifizierungsarbeiten (Promotionen, Habilitationen) in Kooperation mit Universitäten, die Berufung von Wissenschaftler*innen des Wuppertal Instituts auf Professuren und die Berufung in wissenschaftliche Fachgremien.

Verantwortlich für die interne Qualitätssicherung ist die wissenschaftliche Geschäftsführung, die Referentenstelle „Wissenschaftliches Qualitätsmanagement und Strategieentwicklung“ sowie die Abteilungsleitungen. Als Bewertungskriterien werden zum einen die Übereinstimmung mit der Forschungsagenda des Wuppertal Instituts und zum anderen klassische wissenschaftliche Kriterien wie dem Review-Verfahren, die Verwendung passender Forschungsmethoden sowie statistischer Auswertungsverfahren herangezogen. Die jährlich erhobene Leistungsbilanz dient als Reflexions und Steuerungsinstrument.

Die Publikationsreihen des Instituts, wie etwa Wuppertal Papers, Wuppertal Reports oder Zukunftsimpulse, werden mehrstufigen, internen Reviews unterzogen. So erfolgt bei den Wuppertal Papers eine Durchsicht durch zwei promovierte Kolleg*innen und eine wissenschaftliche Referentin. Zu den Bewertungskriterien zählen die Anschlussfähigkeit an den aktuellen Stand der fachwissenschaftlichen Diskussion und der Verweis auf einschlägige wissenschaftliche Quellen. Auch die Transferprodukte der Forschungsarbeiten werden regelmäßig durch die wissenschaftliche Geschäftsführung, die Abteilungsleitenden sowie die Forschungsbereichsleitenden kriteriengeleitet bewertet. Die Regeln zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis der Deutschen Forschungsgemeinschaft finden seit dem Jahr 2002 Anwendung.

Die Personalentwicklung (Mitarbeitenden-Gespräche, Personalentwicklungsplanung usw.) erfolgt in Zusammenarbeit zwischen der Geschäftsführung und den Abteilungsleitenen. Es wird ausdrücklich darauf verzichtet, die durch die Mitarbeitenden-Gespräche gewonnenen Erkenntnisse zur Verhaltens- und Leistungskontrolle zu verwenden.