Organisation

Das Wuppertal Institut wurde im Jahr 1991 als privatrechtliche Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) gegründet. Die Eintragung ins Handelsregister beim Amtsgericht Wuppertal unter HRB 7619 erfolgte am 8. Juli 1991. Die Gesellschaft ist aufgrund ihres Satzungszwecks als gemeinnützig anerkannt. Alleiniger Gesellschafter ist das Land Nordrhein-Westfalen (NRW), vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie.

Organisationsstruktur des Wuppertal Instituts

Organigramm-erweitert

Das Wuppertal Institut hat einen Betriebsrat, der sich in jedem Quartal mit der Geschäftsleitung austauscht. Er arbeitet auf der Grundlage des Betriebsverfassungsgesetzes und ist die Interessenvertretung für alle Beschäftigten. Der Betriebsrat hat Informations-, Mitwirkungs- und Mitbestimmungsrechte bei Maßnahmen der betrieblichen Personalpolitik.

Für das Wuppertal Institut gilt das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG). Für einige Projekte wird seitens der Auftraggeber*innen ein vertraulicher Umgang mit den Inhalten dieser Projekte oder Daten erwartet, den die Geschäftsführung des Wuppertal Instituts mit Unterstützung des/der Datenschutzbeauftragten gegenüber dem Auftraggeber zusichert.

Der Aufsichtsrat ist das zentrale Aufsichts- und Kontrollgremium der gGmbH. Ihm gehören Vertreter*innen unterschiedlicher Landesministerien, der Wissenschaft, der Wirtschaft und Zivilgesellschaft an. Diese Vielfalt ermöglicht es, insbesondere das richtige Gleichgewicht aus wissenschaftlichem, gesellschaftlichem und betriebswirtschaftlichem Erfolg des Instituts im Blick zu behalten. Zur besseren Koordination der Gremien können Vertreter*innen des Gesellschafters an den Sitzungen des Internationalen Wissenschaftlichen Beirats teilnehmen. Umgekehrt ist der/die Vorsitzende des Internationalen Wissenschaftlichen Beirats Mitglied im Aufsichtsrat. Mitglied und Vorsitzender des Aufsichtsrates ist der Staatssekretär des für Innovation zuständigen Ministeriums des Landes NRW, aktuell Christoph Dammermann. Das Land entsendet sechs weitere Mitglieder in den Aufsichtsrat, wobei jeweils ein Vertreter oder eine Vertreterin von den Ressorts für Wissenschaft, Arbeit, Bauen, Finanzen, Umwelt und Verkehr entsandt wird. Bis zu sechs weitere Mitglieder werden von der Gesellschafterversammlung berufen. Der Aufsichtsrat tagt in der Regel einmal im Kalendervierteljahr und er muss einmal im Kalenderhalbjahr einberufen werden. Seine Funktion liegt in der Beratung der Gesellschafter und der Überwachung der Geschäftsführung.

Der Internationale Wissenschaftliche Beirat (International Advisory Board – IAB) wirkt durch fachliche Beratung daran mit, die im Gesellschaftsvertrag genannten Aufgaben des Wuppertal Instituts zu erfüllen. Ihm gehören auf dem Arbeitsgebiet des Instituts hervorragende Wissenschaftler*innen aus dem In- und Ausland an, die vom dem/der Vorsitzende*n des Aufsichtsrates auf Vorschlag der Geschäftsführung für jeweils vier Jahre berufen werden. Ziel ist dabei, die wissenschaftliche Qualität und Unabhängigkeit des Instituts zu wahren. Die Empfehlungen des Internationalen Wissenschaftlichen Beirates dienen unter anderem als Grundlage für die Beschlüsse des Aufsichtsrats zur jährlichen Aufgaben- und Arbeitsplanung des Instituts.

Erweiterung: Zum 1. Oktober 2020 wurde eine Mitarbeiterin zur Gleichstellungsbeauftragten von der Geschäftsführung bestellt. Das Aufgabenspektrum richtet sich nach dem Landesgleichstellungsgesetz NRW (LGG). Um die Gleichberechtigung, Gleichbehandlung und Chancengleichheit aller Beschäftigten zu fördern und zu sichern, wurde die Aufgabenstellung um den Aspekt „Diversity“ erweitert.

Mit der Koordination der Nachhaltigkeitsaktivitäten wurde Thomas Orbach als Nachhaltigkeitsbeauftragter und Leiter der Arbeitsgruppe Nachhaltigkeitsmanagement betraut. Er ist Mitglied der Geschäftsleitungsrunde und berichtet direkt der Geschäftsführung. Ab 2022 wird die Position der/des Nachhaltigkeitsbeauftragten mit eigenem Stunden- und Sachkostenbudget ausgestattet und damit in ihrer Bedeutung gestärkt.

Unterstützt werden die Geschäftsführung sowie die wissenschaftlich Beschäftigten von der an der wissenschaftlichen Leitung angesiedelten wissenschaftlichen Qualitätssicherung.

Mitarbeitende

Am Wuppertal Institut sind ca. 250 Mitarbeitende tätig. Davon gehört die Mehrheit dem wissenschaftlichen Personal an. Natur- und Umweltwissenschaften sind ebenso vertreten wie Geografie, System-, Ingenieur-, Planungs-, Politik- und Wirtschaftswissenschaften sowie Sozialwissenschaften. Zur Belegschaft zählen etwa gleich viele Frauen und Männer.

Zukunftswissen
Vertragsstrukturen

Innerhalb der nächsten drei Jahre ist geplant, den Anteil der befristet beschäftigten Wissenschaftler*innen auf etwa 50 Prozent zu senken. Mit diesem Anteil an beschäftigten Wissenschaftler*innen verfolgt das Institut weiterhin eine flexible und innovative Beschäftigungsstrategie, die auf eine kontinuierliche Erneuerung des wissenschaftlichen Personals zielt. Gleichzeitig besteht ein transparentes Karrieremodell inklusive langfristiger Perspektiven, welches dem Anspruch der Arbeitgeberattraktivität und der langfristigen Mitarbeiter*innenbindung Rechnung trägt.

Arbeiten am Wuppertal Institut

Eine soziale Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen am Wuppertal Institut bestimmt maßgeblich die Dimension der sozialen Nachhaltigkeit. Dies gilt besonders im Hinblick auf unser Verständnis von sozialer Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitenden entscheidend.

Das Wuppertal Institut steht ausdrücklich für Chancengleichheit und Vielfalt. Es unterstützt und fördert alle Mitarbeitenden individuell – unabhängig von Nationalität, Alter oder Geschlecht. Dies gilt insbesondere für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das Institut bietet flexible Arbeitszeitkonten, Arbeiten im Homeoffice und mobilen Office, Gleitzeit und flexible Teilzeitmodelle an, die eine individuelle Gestaltung von Beruf und Privatleben ermöglichen.

Es können sehr flexible und individuelle Vereinbarungen von Arbeitszeiten umgesetzt werden, wie beispielsweise ein flexibles Arbeitszeitkonto mit möglichem Freizeitausgleich innerhalb eines Kalenderjahres.

Studierende haben die Möglichkeit am Wuppertal Institut ihre Bachelor- und Masterarbeiten zu ausgewählten Themen der Transformationsforschung zu schreiben. In der Regel haben die Arbeiten einen Bezug zu den Abteilungen des Instituts; Wissenschaftler*innen betreuen sie meist in Zusammenarbeit mit Universitäten. Auf diese Weise ergänzt das Wuppertal Institut als Ort der wissenschaftlich-praktischen Ausbildung die universitäre Qualifizierung an den kooperierenden Universitäten und Hochschulen. Besonders gute Abschlussarbeiten können in der institutseigenen Reihe „Wuppertaler Studienarbeiten“ in Abstimmung mit der jeweiligen Universität veröffentlicht werden.

Das Wuppertal Institut wendet den Tarifvertrag der Länder (TV-L) auf alle Beschäftigten an. Ausgenommen sind die studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräfte: Für sie gelten die „Richtlinien für die Beschäftigung und Vergütung wissenschaftlicher Hilfskräfte und studentischer Hilfskräfte“ des Landes.

Auch die soziale Absicherung und die Gesundheit der Mitarbeitenden sind dem Wuppertal Institut wichtige Anliegen. Zu den Maßnahmen zählen eine betriebliche Altersvorsorge, regelmäßige Veranstaltungen rund um die Work-Life-Balance, eine Kooperation mit dem „pme Familienservice” („Lebenslagencoaching“) und regelmäßige Sprechstunden des Betriebsarztes. Die Ausstattung des Arbeitsplatzes passt das Institut individuell den gesundheitlichen Bedürfnissen an.

Eine gezielte Personalentwicklung sichert die Qualifizierung der Mitarbeitenden. Das Weiterbildungsangebot reicht von individuellen Einzelmaßnahmen für den wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Bereich, über interne und externe Gruppenschulungen, bis hin zur Teilnahme an Fachkongressen. Mit dem Nachwuchsförderungsprogramm des Wuppertal Instituts und dem Managementprogramm für wissenschaftliche Projektleitungen hat das Institut außerdem zwei langfristig angelegte Qualifizierungsmaßnahmen etabliert. Sie ermöglichen es, Potenziale zu erkennen und zu fördern.

2019 fanden innerhalb eines Qualifizierungsprogramms 20 Workshops, zehn Einzelqualifizierungen und zusätzlich fünf Teambuilding-Maßnahmen statt, welche von insgesamt 78 Teilnehmenden besucht wurden. Somit nahmen 2019 rund 42 Prozent der wissenschaftlich Beschäftigten und 39 Prozent der nicht-wissenschaftlich Beschäftigten an mindestens einer der internen Qualifizierungsangebote teil.

Die Beschäftigungsstrategie des Wuppertal Instituts zielt durch ein transparentes Karrieremodell, langfristige Perspektiven und flexible Arbeitszeitmodellen auf eine gute und langfristige Mitarbeitendenbindung sowie Arbeitgeberattraktivität ab.

Zum 1. Oktober 2020 wurde eine Mitarbeiterin zur Gleichstellungsbeauftragten von der Geschäftsführung bestellt. Das Aufgabenspektrum richtet sich nach dem Landesgleichstellungsgesetz NRW (LGG). Ziel ist es, die Gleichberechtigung, Gleichbehandlung und Chancengleichheit von allen Beschäftigten in Bezug auf Gender und Diversity für das Wuppertal Institut intern und auch außerhalb des Instituts zu fördern und zu sichern. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, eine generelle Gleichbehandlung aller Mitarbeitenden des Instituts zu schaffen.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird durch flexible Arbeitszeitkonten, Arbeiten im Homeoffice und mobilen Office, Gleitzeit und flexible Teilzeitmodelle besonders gefördert. Für Notsituationen bei der Kinderbetreuung kann im Institut eine „KidsBox“, ein mobiles Kinderzimmer, ausgeliehen werden.

Vernetzung

Das Wuppertal Institut ist wissenschaftlich unabhängig und strikt überparteilich, sieht sich jedoch den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung verpflichtet. Dem Selbstverständnis einer wissenschaftlichen Organisation entsprechend erhebt oder unterstützt das Institut keine politisch geprägten Forderungen. Um die Forschung voranzutreiben und Wissen auszutauschen, ist das Wuppertal Institut in diversen Forschungsnetzwerken aktiv. Diese sind teilweise transdisziplinär angelegt und umfassen über die Wissenschaft hinaus verschiedene (zivil-)gesellschaftliche Gruppen und Stakeholder.

Das Wuppertal Institut arbeitet mit einer Vielzahl von Universitäten und Instituten im In- und Ausland zusammen. Mit einigen davon wurde die Arbeit seit 2015 erheblich intensiviert und es wurden formelle Kooperationen geschlossen. Die Wissenschaftler*innen des Instituts nehmen an den Partneruniversitäten zahlreiche Lehraufträge wahr und betreuen gemeinsame Promotionen sowie Projekte. Insgesamt kooperierte das Institut im Jahr 2019 in 129 Verbundprojekten mit 445 Partner*innen, darunter 84 Hochschulen; davon 61 in NRW, insgesamt 185 im Inland und zusätzlich 260 im Ausland.

Institutionalisierte Verbindungen mit außeruniversitären Instituten gibt es insbesondere im Rahmen der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft, außerdem zum Beispiel über die Mitgliedschaft im Forschungsverbund Erneuerbare Energien (FVEE). Dieser Verbund ist eine bundesweite Kooperation von Forschungsinstituten zur Erforschung der Technologien für erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Energiespeicherung. Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick war im Jahr 2016 turnusgemäß Vorsitzender dieses Verbundes.

Das Wuppertal Institut ist auf nationaler Ebene als Mitglied des Ecornet – Ecological Research Network mit sieben unabhängigen, gemeinnützigen Instituten der Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschung in Deutschland eng verbunden. Die gemeinsame Mission dieses Netzwerks besteht darin, den gesellschaftlichen Wandel in Richtung Nachhaltigkeit mitzugestalten und wissenschaftlich zu fundieren. Hierzu findet ein regelmäßiger Austausch auf Ebene der Geschäftsleitungen, der Kommunikation, des Personalmanagements und der Wissenschaftskoordination statt.