Nachhaltigkeit am Wuppertal Institut

Wie nachhaltig ist eigentlich die Nachhaltigkeitsforschung am Wuppertal Institut?

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Für uns am Wuppertal Institut steht der transdisziplinäre Wissenschaftsansatz im Mittelpunkt, über den nicht nur verschiedene wissenschaftliche Disziplinen integriert, sondern auch die Akteurinnen und Akteure außerhalb des Wissenschaftssystems sowie ihr Wissen einbezogen werden. Daher möchten wir Sie auch in unser Nachhaltigkeitsmanagement mit einbeziehen und laden Sie ein, Ihre Erwartungen und Einschätzungen mit uns zu teilen. Gleichzeitig geben wir Ihnen einen kleinen Einblick in die Themen, mit denen wir uns innerhalb unseres Nachhaltigkeitsmanagements beschäftigen.

Vielen Dank, dass Sie sich einen Moment Zeit nehmen!

Wesentlichkeit

Bevor wir uns den einzelnen aus unserer Sicht besonders relevanten Themen widmen, möchten wir gerne Ihre eine Einschätzung abfragen: Welche Themen sind aus Ihrer Sicht wesentlich für die Nachhaltigkeit des Wuppertal Instituts als gemeinnütziges Unternehmen?

Für unseren letzten Nachhaltigkeitsbericht haben wir mit einer abteilungsübergreifenden Arbeitsgruppe eine Liste mit 26 für uns besonders wichtige Aspekte entwickelt, die auf den Kriterien der Global Reporting Initiative basieren. Heute interessiert uns, welche davon aus Ihrer Sicht besonders wichtig für das Nachhaltigkeitsmanagement des Wuppertal Instituts sind. Dazu haben wir der Vollständigkeit halber noch einmal alle Indikatoren der Global Reporting Initiative (GRI) als international anerkannten Standard mit aufgenommen.

Wesentlichkeit

Im Folgenden möchten wir Sie um eine Einschätzung bitten, welche Themen Sie als besonders wesentlich für das Nachhaltigkeitsmanagement des Wuppertal Instituts einschätzen.

1. Ökonomie

Bitte sortieren Sie die folgenden Themen nach ihrer Relevanz für das Nachhaltigkeitsmanagement des Wuppertal Instituts:

sehr relevant

  • Wirtschaftliche Leistung
  • Marktpräsenz
  • Indirekte ökonomische Auswirkungen
  • Korruptionsbekämpfung
  • Wettbewerbswidriges Verhalten
  • Gezahlte Steuern
  • Wissenschaftliches Qualitätsmanagement
  • Erwirtschafteter und verteilter Wert (Gewinn)

weniger relevant

2. Ökologie

Bitte sortieren Sie die folgenden Themen nach ihrer Relevanz für das Nachhaltigkeitsmanagement des Wuppertal Instituts:

sehr relevant

  • Materialien (z.B. Material Footprint, Landnutzung)
  • Energie
  • Wasser und Abwasser
  • Emissionen (z.B. Carbon Footprint)
  • Abfall
  • Biodiversität
  • Beschaffung (z.B. Umweltbewertung der Lieferantinnen und Lieferanten)
  • Veranstaltungsorganisation
  • Ausschreibungen (z.B. Umweltbewertung der Auftraggebenden)
  • Mobilität der Mitarbeitenden

weniger relevant

3. Soziales

Bitte sortieren Sie die folgenden Themen nach ihrer Relevanz für das Nachhaltigkeitsmanagement des Wuppertal Instituts:

sehr relevant

  • Beschäftigung & Vertragspolitik
  • Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis & Führungskultur
  • Arbeitsklima & nachhaltige Unternehmenskultur
  • Personalbindung
  • Flexible Arbeitsmodelle
  • Familienfreundlichkeit
  • Gesundes Arbeiten, Sicherheit und Gesundheitsschutz
  • Qualifizierung und Weiterbildung
  • Diversität und Chancengleichheit
  • Diskriminierungsfreiheit
  • Unterstützung lokaler Gemeinschaften
  • Soziale und menschenrechtliche Sorgfaltspflicht in der Lieferkette
  • Politischer Impact
  • Datenschutz (z.B. von Forschungsdaten, Partnerinnen und Partnern)
  • Wahrnehmbarkeit der Institutsarbeit & gesellschaftlicher Impact
  • Mobilität der Mitarbeitenden

weniger relevant

Treibhausgas-
Bilanz

Um einen angemessenen Beitrag für das Erreichen des 1,5-Grad-Ziels leisten zu können, müssen Unternehmen bereit sein und die Möglichkeit haben, den Transformationsprozess mitzugestalten. Als Wuppertal Institut unterstützen wir diesen Prozess mit unserer Forschung und begleiten unsere Partnerinnen und Partner auf diesem Weg – aber wir schauen uns auch unsere genau an:

Für die Jahre 2019 und 2020 haben wir unsere Treibhausgas-Bilanz nach dem internationalen Green House Gas Protocol erhoben, um auf dieser Basis unser Nachhaltigkeitsmanagement noch gezielter auszurichten. Dazu möchten wir mit Ihnen in einen Diskurs treten: Wie können wir Ihrer Meinung nach unseren Fußabdruck noch weiter verringern?

Unser Fußabdruck

Wir schauen genau hin

Beim Thema Klima nehmen wir es ganz genau, denn: In unserer Treibhausgas-Bilanz sind nicht nur alle Standorte und Aktivitäten enthalten, sondern auch die indirekten Effekte unseres Geschäftsbetriebs berücksichtigt. Wir haben ganz bewusst den Fokus auf den Bereich der indirekten Emissionen (Scope 3) gelegt. Die Unterschiede in den Werten zwischen 2019 und 2020 verdeutlichen die Effekte der Corona-Pandemie – wobei sich hier vermutlich ein Teil der Emissionen ins Homeoffice verlagert hat. Dennoch zeigen die stark gesunkenen Dienstreisen und Pendelverkehre auch Minderungspotenziale auf, die sich möglicherweise verstetigen lassen.

Um uns dem Ziel einer möglichst emissionsfreien Arbeitsweise anzunähern, möchten wir gerne mit Ihrer Unterstützung eine Roadmap zur absoluten Reduktion unserer Treibhausgas-Emissionen für die kommenden Jahre aufstellen.

Mobilität

Für die Forschungsarbeit des Instituts sind Reisen zu Projekttreffen oder Veranstaltungen sowie das Pendeln zum Institut erforderlich. Gleichzeitig zeigt die Treibhausgas-Bilanz, dass hier noch Luft nach oben ist. Insbesondere vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie stellt sich die Frage, welche Reisen sinnvoll, notwendig oder vermeidbar sind.

Die Verkehrswende bewegt uns!

Nah am Nah- und Fernverkehr

Datenqualität

Unsere Daten zum Pendelverkehr basieren auf einer Wohnort-Analyse der Mitarbeitenden unter Berücksichtigung der wöchentlichen Arbeitstage sowie der Aufteilung nach Verkehrsmittel anhand der Entfernung sowie unserer Parkplatz(-Warteliste).

Unsere Dienstreisen werden insgesamt über die Reisekostenabrechnungen erfasst, was eine genaue Analyse ermöglicht. Das Reiseverhalten unserer Gäste auszuwerten ist allerdings kniffliger, da sie über Projektmittel ihre Reisekosten von uns erstattet bekommen – von der Schwierigkeit darauf Einfluss zu nehmen, ganz zu schweigen.

„Muss es wirklich der Flieger sein?“

Die Anzahl der Flüge hängt eng mit den internationalen Aktivitäten des Wuppertal Instituts zusammen, für die der direkte Kontakt oft entscheidend sein kann. Während sich unsere Kurzstreckenflüge minimiert haben, diskutieren wir am Institut weiter über Lösungen. Auf einer Pinnwand haben wir Distanzen und Emissionen zusammengetragen und möchten daher Ideen und Anregungen für Institutsweite Ansätze sammeln, die in unsere Maßnahmenliste für ein möglichst emissionsfreies Institut einfließen sollen.

Die Verkehrswende bewegt

Wuppertal will Stadt der kurzen Wege werden und wir bringen uns aktiv vor Ort ein. Gemeinsam mit Mitarbeitenden aus dem Forschungsbereich Mobilität und Verkehrspolitik haben wir die Fahrradwege um das Institut herum genau analysiert und Anregungen in der Stadtverwaltung eingebracht.

Bereits im Jahr 2016 haben unsere Forschenden Leitlinien zur Verkehrswende vor Ort konzipiert. Auch wenn die Umsetzung wohl noch dauern wird, hat Wuppertal mittlerweile ein neues Radverkehrskonzept. Wir haben in der Zwischenzeit für unsere Gäste und Mitarbeitenden schon einmal weitere Fahrradständer im Außenbereich aufgestellt und die Zugänglichkeit unseres Fahrradkellers verbessert.

Gebäude & Energie

Die Räumlichkeiten des Wuppertal Instituts am Döppersberg verteilen sich auf zwei Gebäudeteile mit insgesamt ca. 3.430 m²: das Dürerhaus, ein ehemaliges Schulgebäude, und einen 1997 entstandenen Erweiterungsbau. Dieser wurde auf Anregung des Instituts als Modellvorhaben für energiesparendes Bauen konzipiert und erfüllt weit höhere Standards als zum damaligen Zeitpunkt für Niedrigenergiehäuser üblich.

Neben dem Standort Wuppertal haben wir auch ein Berliner Büro, welches im Projektzentrum Mercator angesiedelt ist, in dem das Institut eine Fläche von 119 m² angemietet hat. 

So umfasst das (angemietete) Gebäudeportfolio das gesamte Spektrum an Herausforderungen: einen denkmalgeschützten Altbau, einen Niedrigenergiebau und einen gemieteten Büroabschnitt in der Bundeshauptstadt.

Treibhausgas-Bilanz 2020

Neubau Wuppertal
Baujahr 1997
Erweiterungsbau zum Altbau
Niedrigenergiestandard
Altbau Wuppertal
Baujahr 1860, „Dürerhaus“
ehemaliges Textilschulgebäude
unter Denkmalschutz
Büro Berlin
renovierter Altbau, 2011 eröffnet „Projektzentrum Berlin (PZB)“ der Stiftung Mercator

Und hier kommt unsere Energie her:

Stromverbrauch

Wärmeverbrauch

0
Fläche Neubau Wuppertal
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Fläche Altbau Wuppertal
0
Nutzfläche Büro Berlin

Sonne

Unsere hauseigene Photovoltaik-Anlage produziert am Standort Wuppertal einen Teil des verwendeten Stroms direkt vor Ort. Zusätzlich kaufen wir Strom von den Wuppertaler Stadtwerken im Tal.Markt-Tarif (Solar und Biomasse), und für das Berliner Büro kommt der Strom von der Firma Naturstrom.

Fernwärme

Am Standort Wuppertal sind wir an das Fernwärmenetz der Wuppertaler Stadtwerke angeschlossen. Die Fernwärme wird im Müllheizkraftwerk in einem benachbarten Stadtteil produziert. So kommt unser Abfall als Wärme zu uns zurück.

Erdgas

Am Standort Berlin haben wir als Untermieter nur geringen Einfluss auf die Energiequelle. Aktuell wird die Heizung dort noch mit Erdgas aus dem Berliner Stadtnetz betrieben.

Beschaffung

Mit dem Leitbild der ressourcenleichten Gesellschaft nimmt das Wuppertal Institut in seiner Forschung neben den Treibhausgas-Emissionen zusätzlich die Ressourcen-Perspektive in den Blick. Die Kopplung dieser zwei für eine Nachhaltige Entwicklung entscheidenden Zieldimensionen ist für die Arbeit des Instituts richtungsweisend, um integrative Lösungsoptionen zu entwickeln.

Wir sind uns daher der Bedeutung der im eigenen Betrieb verwendeten Materialien bewusst. Diese konzentrieren sich vor allem auf die Beschaffung von Büroausstattung und Verbrauchsgütern sowie indirekt auf die Vergabe von Unteraufträgen und Dienstleistungen.
Während wir bereits von Gesetzes wegen bei der Auftragsvergabe Kriterien des Umweltschutzes und der Energieeffizienz bei uns berücksichtigen, bleibt die detaillierte Nachverfolgung von Lieferketten eine Herausforderung – insbesondere bei kleinen Dienstleistern.

Wir rollen den Teppich aus

Fairtrade wo möglich

Bei der Beschaffung von Kaffee, Tee, Fruchtsäften, Kakao und Keksen achtet das Wuppertal Institut auf fair gehandelte Bio-Produkte und kauft bevorzugt die Produkte des Wuppertaler Unternehmens GEPA, Europas größter Fair Handelsorganisation. Die Milch in der Cafeteria stammt von den Milchwerken Berchtesgadener Land und trägt das „Naturland“-Label.

In unserer Cafeteria steht ein fairer Snackautomat, der ressourcenschonend rein mechanisch betrieben und ausschließlich mit Snacks aus fairem Handel bestückt wird.

Nachhaltigkeits-Leitlinien

Das Wuppertal Institut hält alle Regelungen des Vergaberechts ein und folgt den Vorgaben des 2012 in Kraft getretenen Tariftreue- und Vergabegesetzes Nordrhein-Westfalen (TVgG-NRW). Das Gesetz sieht vor, dass bei der Vergabe öffentlicher Aufträge Kriterien des Umweltschutzes und der Energieeffizienz zu berücksichtigen sind.

Wir haben für unser Beschaffungswesen entsprechende Leitlinien festgelegt, sowie eine Leitlinie für nachhaltige Veranstaltungsorganisation mit praktischer Checkliste erarbeitet. Dazu befinden sich bereits umfassendere Beschaffungsrichtlinien in Erarbeitung.

Bürobedarf

Ein Großteil der verwendeten Büromaterialien stammt vom Lieferanten Lyreco, der seit 2003 nach der Umweltmanagement-Norm DIN EN ISO 14001 zertifiziert ist. Darüber hinaus besteht eine Positivliste mit umweltfreundlichen Artikeln.

Sämtliche Papierprodukte und -erzeugnisse des Instituts bestehen zu 100% aus Altpapier (Siegel „Blauer Engel“), während der Papierverbrauch insgesamt kontinuierlich sinkt. Alle Drucker im Haus sind standardmäßig auf schwarz-weiß sowie doppelseitigen Druck eingestellt. Das vorgedruckte Briefpapier haben wir abgeschafft.

Effiziente Geräte

Die bei uns zuletzt am häufigsten eingesetzten Macbooks aus dem Jahr 2012 sind teilweise immer noch im Einsatz und erreichten im Schnitt eine Nutzungsdauer von beachtlichen 9 bis 10 Jahren. Auch unsere hauseigenen Server laufen ressourcenschonend auf Mac Minis.

Nach Nutzung hört unsere Verantwortung nicht auf, daher geben wir Altgeräte zur hochwertigen Weiterverwertung an einen regionalen Betrieb ab.

Auch in den Küchen gehören energieeffiziente Kühlschränke und Untertischgeräte zum Standard.

Wir sammeln Flaschen für einen guten Zweck

Soziales

Neben der ökologischen Dimension von Nachhaltigkeit übernimmt das Wuppertal Institut auch eine soziale Verantwortung . So arbeiten wir geschlechterparitätisch und seit 2020 auch mit Unterstützung einer Gleichstellungsbeauftragten. Das ausgeprägte Miteinander am Wuppertal Institut zeigt sich nicht nur in der angenehmen Arbeitsatmosphäre, auch neben der Kernarbeit werden soziale Bande geknüpft und gepflegt. Gerade die pandemische Lage hat hier zu Einschränkungen geführt. Aber in einer Post-Corona-Situation werden gemeinsame Freizeitaktivitäten wie der Instituts-Chor die soziale Verantwortung des Wuppertal Instituts wieder unterstreichen.

Berichterstattung

Unser Nachhaltigkeitsmanagement ist Teil unseres Beitrag zur Großen Transformation und wir betrachten das Wuppertal Institut dabei als “Reallabor”: Wir möchten mit unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und unseren Stakeholdern Lösungen für Klimaschutz und Nachhaltigkeit auf betrieblicher Ebene austauschen und erproben und unser Wissen anschließend weitergeben. Dieser Austausch in einem solch breiten Netzwerk dient als Motor für Veränderung und Fortschritt. Die durch den öffentlichen Diskurs inkludierten, neuen Perspektiven bringen zwangsläufig auch neue Schwerpunkte mit sich, die wir nutzen möchten, um  unser Nachhaltigkeitsmanagement weiter zu optimieren. Unseren aktuellen Nachhaltigkeitsbericht bieten wir übrigens erstmals als interaktiv zugängliches Format an, dieser erscheint im Herbst 2021.

Unsere Nachhaltigkeitberichterstattung erfolgt nach den Richtlinien der
Global Reporting Initiative (GRI) in der Option „Kern“. Die darin enthaltene Treibhausgas-Bilanz erfolgt nach dem Green House Gas Protocol.

Der Bericht wurde erstmals 2016 veröffentlicht und soll jeweils im Zyklus von fünf Jahren erfolgen. Die Kennzahlen werden zusätzlich alle zwei Jahren fortgeschrieben und wurden erstmals 2018 in einem Indikatorenbericht über die Instituts-Homepage (wupperinst.org) zugänglich gemacht.

In der Fortsetzung wird das Berichtsformat digitalisiert und durch interaktive, visuell aufbereitete Elemente leichter zugänglich gemacht. Der neue Bericht erscheint im Herbst 2021.

Vielen Dank fürs Mitgestalten!

Wir danken Ihnen für Ihre Rückmeldungen und freuen uns bereits, Ihnen im Herbst 2021 unseren Nachhaltigkeitsbericht vorstellen zu dürfen.

Viele Grüße aus der AG Nachhaltigkeitsmanagement am Wuppertal Institut!

Ihr Ansprechpartner:

Thomas Orbach

Leiter Wissenschaftliche Dienste und Organisation
Tel.: +49 202 2492-171